Nebenjob: Weihnachtsmann

Donnerstag, 26.11.2009
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Stefan Dößereck ist Eventmanager. Zugleich baut, vermietet und verkauft er Bauchläden und setzt sie bei Auftritten ein. Nebenher führt er die einzige Weihnachtsmannschule Deutschlands. Dabei geht es ihm um die Sache und die Freude am Fest, nicht um den Profit.

Wie kamen Sie auf die Idee mit dem Bauchladen-Service?

Zunächst trat ich nur auf Events mit einem selbstgebauten  Bauchladen auf. Vielen Menschen gefiel meine Verkaufshilfe so gut, dass sie auch eine haben wollten. Doch es gab nirgends welche zu kaufen. Über das Internet kamen deutschlandweite Anfragen.  Da konnten wir ja nicht überall hinreisen, und statt Vermietung ist bei weiteren Strecken auch nur der Verkauf sinnvoll.

Wie ging die Idee in Serie?

Wir haben jetzt natürlich gezeichnete Vorlagen, nach denen ein befreundeter Schreiner die Bauchläden anfertigt. Viele gestalten wir zudem individuell zusammen mit den Kunden. Beispielsweise letztens einen Spaßbauchladen mit Fahrradklingel. Inzwischen haben wir einen ganzen Fundus von Mietbauchläden.

Wie gehen Sie auf Kunden zu?

Wir brauchten es eigentlich nur ins Internet zu stellen, der Rest kam wie von selbst. Die neuen Medien machen möglich, was durch Print-Anzeigen finanziell gar nicht realisierbar wäre.

Im Kundenkontakt finde ich es dann wichtig, dass man sagen kann:  „Ich wäre gerne Kunde bei mir selber.“ Daher muss man einhalten, was man verspricht. Wir geben zum Beispiel drei bis vier Wochen für die Manufaktur an, obwohl ein Bauchladen schon nach einer Woche fertig sein könnte. So planen wir alle Eventualitäten ein und wenn es doch eher klappt, freut sich der Kunde.

Und wie kam die Weihnachtsmannschule hinzu?

Ich glaube, jeder junge mitteleuropäische Mann wurde mindestens einmal in seinem Leben gebeten, den Weihnachtsmann zu spielen. So fragte mich vor 15 Jahren mein Bruder und ich habe festgestellt, dass es mir großen Spaß macht. Zufällig habe ich an meiner Hochschule einen Aushang gesehen: „Suchen noch Weihnachtsmänner“.

Nach einer Weile stellte ich das Angebot ins Internet und es kamen nicht einige, sondern hunderte Anfragen. Und weil ich nichts absagen wollte, habe ich die Aufträge weitergegeben. Mittlerweile besteht ein komplett kostenloses Netzwerk.

Lohnt die Schule sich denn?

Das ist mehr eine Herzensache als lukrativ. Es sei denn, man verteilt Werbung vor einem Handyladen, aber das machen wir nicht. Denn es geht ja darum, den Weihnachtsmann zu unterstützen.

Daher ist die wichtigste Aufnahmebedingung für Teilnehmer auch, dass man an ihn glaubt. Bisher konnte mir niemand beweisen, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Woher weiß man sonst, wie er aussieht und was er tut?

Ist es nicht sehr aufwändig, drei Tätigkeiten zu kombinieren?

Ich persönlich arbeite gerne mit vielen Dingen auf einmal. Aber dafür sollte man absolut der Typ sein und gelassen bleiben.

Wurde Ihre Gelassenheit schon einmal auf die Probe gestellt?

Als ich in einem Einkaufszentrum im Ruhrgebiet auftrat, kam der stellvertretene Centermanager, der die Vereinbarung mit dem Centermanager nicht kannte, zu mir und sagte: „Der Weihnachtsmann macht aber viele Pausen.“  Ich habe es so stehen lassen.

Fünf Jahre später hat sich derselbe bei mir in der Weihnachtsmannschule angemeldet. Nach der Ausbildung stimmte er mir zu, dass viele Pausen nötig sind. Schon allein das Tragen des Kostüms ist harte Arbeit.

Haben Sie einen Rat für angehende Selbstständige?

Ich empfehle jedem, die Kosten am Anfang gering zu halten und sich nicht zu verkalkulieren. Daher sollte man mit einfachen Mitteln arbeiten und auch Angebote vergleichen.

Glauben Sie, dass minibusiness.de angehenden Gründern helfen kann?

Ja, denn sowas gibt es noch nicht. Und nichts ist schlimmer, wenn man eine neue Sache angeht, als alleingelassen zu werden. Da ist es gut, so ein Angebot im Internet zu finden, das auch Ideen und Tipps weitergibt.

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