Mit „5 Zehen“ in die Zukunft

Dienstag, 01.12.2009
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Wie sich eine Mutter mit einem Schuhgeschäft für Kinder auf eigene Füße stellt

Im Februar ist Eröffnung, bis dahin hat sie noch eine Menge zu tun. Nicola Thünemann macht sich gerade mit einem Laden für Kinderschuhe selbstständig. Im Gespräch mit der Redaktion von minibusiness.de berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Was hat Sie dazu bewogen, sich selbstständig zu machen?

Das eigene Erleben. Mir gefiel ein Schuhgeschäft, bei dem  ich Kundin war. Ich hielt es für ein schönes Konzept und als die Inhaberin aufhörte, wollte ich es weiterführen.

Warum gerade Kinderschuhe?

Ich habe schon immer gerne mit Kindern zu tun gehabt und bin, wie die meisten Frauen, ein Schuhfan. Vorher habe ich außerdem Kinderkleidung verkauft- daher hielt ich es für eine gute Ergänzung.

Wie haben Sie eine Lokalität gefunden?

Ich wollte nicht wie meine Vorgängerin von zu Hause aus verkaufen, weil sich die Räumlichkeiten nicht so gut eigneten. Und wenn man fünf Jahre zu Hause bei den Kindern war, will man auch mal raus in die Welt.

Aber in der Nähe sollte es schon sein, weil meine Kinder noch in den Kindergarten gehen. Also habe ich mit Vermietern in der Umgebung gesprochen und mir Verschiedenes angeschaut.

Dann ergab sich aber eine andere Möglichkeit: Ein alt-eingesessenes Schuhgeschäft hörte auf. Das Ladenlokal wollte ich unbedingt haben, weil es erstens jeder kennt und es zweitens gut gelegen ist, gegenüber von einer Eisdiele.

Haben Sie keine Sorgen, dass es zu anstrengend wird, Familie und Job zu verbinden?

Anstrengend wird es, das weiß ich. Aber meine Kinder sind zweimal pro Woche in der Betreuung und das Geschäft wird auch nur zweimal wöchentlich geöffnet sein.

In welchem Bereich hätten Sie sich mehr Hilfe gewünscht?

Bei der Finanzierung: Dass es einem die Banken leichter machen. Wenn jemand schon den Weg in die Selbstständigkeit geht, sollte er unterstützt werden. Sie fanden die Idee super und das Konzept auch, haben aber zuerst nicht an den Standort geglaubt.

So musste ich mich dann mit viel Durchsetzungsvermögen behauptet. Denn die Zahlen sprechen dafür: Es gibt hier 500 bis 600 Kinder, die mein Zielgruppe sind.

Hier hätte ich gerne minibusiness.de in Anspruch genommen. In den beiden Rubriken „Kapital“ oder „Kooperation“ wäre ich vielleicht fündig geworden.

Hatten Sie keine Sorgen, sich gerade jetzt in Zeiten der Wirtschaftskrise selbstständig zu machen?

Kinderschuhe kauft man einfach, weil Kinderfüße wachsen. Das ist nicht wie bei Erwachsenen: „Die muss ich auftragen“ oder „die müssen mindestens noch ein Jahr halten“.

Gibt es etwas, das sie jetzt anders machen würden?

Nein, aber eines fand ich überraschend: Schon bevor ich überhaupt irgendwelche konkreten Schritte unternommen oder jemandem davon erzählt hatte, wusste die Konkurrenz von meinem Projekt.

Was ist Ihr Ziel für die Zukunft?

Ein breiteres Sortiment. Und vielleicht ein zweites Ladenlokal.

Und wie wollen Sie das erreichen?

Erst einmal mit den Kindern kommunizieren. Durch den Kindergarten habe ich auch viel Kontakt zu Müttern. Für die wird es außerdem beim Start schon fünf Schuhmodelle geben, so dass sie später auch bedient werden können. Schließlich will ich auch die Väter ansprechen.

Haben Sie einen Rat für angehende Selbstständige?

Hartnäckig bleiben, zu der eigenen Meinung stehen. Wenn man denkt, dass man funktionieren kann, dann muss man auch an sich glauben. Und natürlich konstruktive Kritik annehmen.

Glauben Sie, dass minibusiness.de  Gründern helfen kann?

Ja, da bin ich mir sicher! Bestimmt hätte ich über minibusiness.de schneller ein geeignetes und auch bezahlbares Ladenlokal gefunden. Dass bei jedem –wie in meinem Fall– Kommissar Zufall so zeitnah hilft, ist ja eher unwahrscheinlich.

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